Festliche Anzüge – was trägt man(n) wann?

Anzug ist nicht gleich Anzug. Finden Sie heraus, wie sich Smoking, Frack und Cut voneinander unterscheiden und zu welchem festlichen Anlass, welche Art von Anzug am besten passt. Beweisen Sie Stilbewusstsein und lesen Sie sich ruhig ein wenig in die Thematik ein – allein schon deshalb, damit Sie beim Herrenausstatter nicht die ganze Zeit „Bahnhof“ verstehen, wenn Sie sich Ihren Hochzeitsanzug aussuchen wollen. Da gibt es nämlich mehr zu be­­-achten, als man(n) vielleicht zunächst denkt.

Festliche Anzüge

Foto: Hochzeit mit Wilvorst

Die beliebtesten Anzüge für den Mann

Hochzeitsanzug

Der klassische Hochzeitsanzug besteht aus Sakko und Hose mit der Erweiterungsmöglichkeit der Weste. Zumeist sind diese Teile des Anzuges aus demselben Obermaterial gefertigt. Die Jacke des Hochzeitsanzugs kann dabei zwischen ein- oder zweireihiger Knöpfung variieren.

Die Weste zeigt sich entweder farbgleich mit Jackett und Hose oder wird als Kontrast zum Anzug getragen. In jedem Fall wirkt ein Hochzeitsanzug mit Weste festlicher – es ist aber auch wärmer. Besonders bei Sommerhochzeiten sollten Sie beim Kauf darauf achten, dass die zusätzliche Stofflage nicht zu dick und zu warm ist. Denn auch wenn der Hochzeitsanzug noch so edel aussieht: Ein schwitzender Bräutigam mit rotem Kopf macht darin nicht besonders viel her. Aber dazu lassen Sie sich am besten im Brautmodengeschäft oder bei Herrenausstatter beraten. Schleife oder Plastron (breite Krawatte) machen das Hochzeitsoutfit komplett.

Hochzeitsanzug

Anlass: Hochzeiten, aber auch festliche Anlässe jeglicher Art.

Stil: Der Hochzeitsanzug ist die modische Alternative zum Smoking (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Generell werden die Weste und die Accessoires farblich auf das Brautkleid abgestimmt.

Farbe: Von hellen frischen Farb-Colorits bis hin zu dunklen Farbtönen.

Foto: digel

Smoking

Ein ganz wesentliches Merkmal für diesen Anzug ist die Kragenform: Sie gibt es in Spitzfaçon (Revers zeigt nach oben) oder in Schalfaçon (abgerundeter Kragen). Das Revers ist mit Seitensatin oder Rips-Seide besetzt, ebenso die Knöpfe. Die Jackett-Taschen treten beim Smoking als Paspeltaschen ohne Klappe in Erscheinung. Die Smokinghose erkennt man an einem einfachen Seitensatinstreifen an der äußeren Bein-Naht. Es gibt keine Gürtelschlaufen, der Bund wird mit innen liegendem Gummizug bzw. Hosenträgern gehalten. Ein Kummerbund – ein breites Stoffband, das um den Bauch gebunden wird – lässt den Smoking sehr „gentlemanlike“ aussehen.

Smoking

Anlass: Hochzeiten, aber auch andere festliche Abendveranstaltungen ab 18 Uhr wie Bälle, Opern, Theater, Konzerte.

Einladungshinweis: „Black Tie“ oder „Cravate Noire“

Stil: Ein Smoking wird ein- oder zweireihig getragen. Mit Schalkragen sollte eine Weste oder ein Kummerbund, ein weißes Hemd und eine Schleife kombiniert werden. Alternativ können der Bräutigam und die männlichen Hochzeitsgäste auch auf eine Weste aus Seidensatin zurückgreifen.

Farbe: Schwarz oder Blauschwarz

Foto: Hochzeit mit Wilvorst

Cut

Der Cutaway ist ein festlicher Anzug für den Tag und wird deshalb nur bis 18 Uhr getragen. Der Schnitt orientiert sich am Gehrock und hat einen runden Abstich. Dazu wird eine schwarz-grau gestreifte Stresemann-Hose getragen. Eine hellgraue oder farbige Weste, ein weißes Kragenhemd und eine silbergraue Krawatte vervollständigen das elegante Erscheinungsbild. Ein grauer Zylinder und eine weiße Chrysantheme im Knopfloch werden traditionell von den stilbewussten Herren bei einer Hochzeit getragen.

Cut

Anlass: Hochzeiten, Standesamt, Empfänge, Pferderennbahn

Einladungshinweis: „Black Tie“ oder „Cravate Noire“ (Uhrzeit beachten, Wechselsachen mitbringen)

Stil: Der Cut ist sozusagen der „Frack des Tages“. Er präsentiert sich immer einreihig, mit steigendem Revers. Die Schöße sind, anders als beim Frack, vom Schließknopf an bogenförmig nach hinten geschnitten.

Farbe: Schwarz oder Anthrazit

Foto: Hochzeit mit Wilvorst

Frack

Der nobelste Anzug, der nur ab 18.00 Uhr getragen wird, gilt als offizielle Bekleidung für festliche Anlässe. Markantestes Merkmal sind die langen Frackschöße am Rückenteil. Von vorn ist die Jacke taillenkurz geschnitten und wird immer offen getragen. Die Revers sind spitz zugeschnitten und mit glänzendem Satin besetzt. Die Frackhose hat keine Aufschläge und wird mit Hosenträgern getragen. An den Seitennähten der Hose sind sogenannte Galons (Seidenbänder) angebracht.

Frack

Anlass: Hochzeiten, aber auch Galadinner, Staatsempfänge sowie Theaterpremieren sind passende Gelegenheiten.

Einladungshinweis: „White Tie“

Stil: Ein Frack wird zweireihig getragen, aber nicht zugeknöpft. Markantes Merkmal für den Frack ist zum Beispiel das steigende Revers. Korrekt dazu: Eine tief ausgeschnittene Weste und eine Schleife aus weißem Piqué. Außerdem gehört dazu ein Frackhemd mit steifer Piquébrust und Stehkragen.

Farbe: Schwarz

Foto: Hochzeit mit Wilvorst

Dinner-Jacket

Ein Dinner-Jacket wirkt immer elegant in Kombination mit einer Smokinghose und einem Smokinghemd. Das Dinner-Jacket ist ein Klassiker für gesellschaftliche Anlässe während des Tages oder bei festlich inspirierten Terminen (Festessen).

Dinner Jacket

Anlass: Legere Hochzeiten, Cocktailpartys, elegante Sommerfeste und Empfänge auf Kreuzfahrten

Stil: Das Dinner-Jacket ist gewissermaßen die „Outdoor-Version“ des Smokings. Es präsentiert sich einreihig, mit Schalkragen und Paspeltaschen. Das Dinner-Jacket ist am besten zu kombinieren mit abgestimmter Schleife und Einstecktuch.

Farbe: Ecru

Hinweis: Tragen Sie keine weißen Strümpfe bei offiziellen Anlässen.

Foto: Hochzeit mit Wilvorst

Long Sakko

Ein etwas länger geschnittenes Sakko, das sich durch kürzere Revers und längere Verschlussvarianten mit 3 oder 4 Knöpfen vom herkömmlichen Jackett unterscheidet. Die Klappentaschen sind leicht schräg angesetzt und unterstreichen damit die schlanke und elegante Silhouette. Das Long Sakko kann auch nach der Hochzeit sehr gut bei gesellschaftlichen Anlässen getragen werden, denn es wirkt modern und jung.

Long Sakko

Anlass: Hochzeiten, halboffizielle Anlässe wie Vernissagen und Geschäftseröffnungen etc.

Stil: Das Long Sakko präsentiert sich einreihig, mit oder ohne Weste. Die dazugehörige Hose hat keinen Umschlag. Die Krawatte passt dazu in silbergrau, uni oder sehr dezent gemustert. Zur Hochzeit sollte der Bräutigam darauf achten, die zum Long Sakko zugehörigen und passenden Accessoires farblich auf das Brautkleid abzustimmen.

Farbe: Vornehmlich in Schwarz – jedoch auch in modischen Farben.

Hinweis: Ein Long Sakko verlangt nach einer gewissen Körpergröße, um gut zur Geltung zu kommen.

Foto: Hochzeit mit Wilvorst

Und nun? Welcher Stil passt zu mir?

Die Entscheidung, welche Art von Anzug Sie als Bräutigam letztlich wählen, können wir Ihnen nicht abnehmen. Möglich ist, wie Sie sehen, vieles. Das wichtigste ist jedoch, nicht irgendwelchen Trends zu folgen, sondern dass Sie als Bräutigam in ihrem Hochzeitsanzug eine gute Figur machen. Ein Bräutigam, der beispielsweise seinen Bauch verstecken möchte, kann gut und gerne zu einem Long Sakko greifen – das streckt. Um wirklich gut auszusehen, darf der Bräutigam allerdings nicht zu klein sein. Kleineren Männern ist eher ein kurzgeschnittenes Jackett mit Weste zu empfehlen, wenn in der Körpermitte etwas zu kaschieren ist. Denn diese Art von Hochzeitsanzug lässt sie schlank und elegant aussehen. Wer relativ groß ist, sollte allerdings auf kurze Jackenformen verzichten.­