Eine Hochzeitsrede zu halten, ist gar nicht so schwer

Eine Hochzeit ohne Rede, das ist wie tanzen ohne Musik – und damit für viele einfach unvorstellbar. Die Klassiker sind dabei die Rede des Brautvaters oder die Hochzeitsrede des Bräutigams. Dabei muss die Rede gar nicht lang sein. Die Gäste freuen sich jedoch über ein paar nette Worte als offizielle Begrüßung. Je nachdem, wie viele der Gäste eine Rede halten möchten oder wie viele Reden vom Brautpaar gewünscht sind, können auch die Trauzeugen noch zu Wort kommen. Damit die Reden die Gäste nicht langweilen, weil es einfach zu viele sind, sollte der Zeremonienmeister die Beiträge geschickt koordinieren. Wichtig ist, dass die Tischreden die Hochzeit nicht zu einer langweiligen Feier machen. Länger als fünf Minuten sollten die Reden nicht dauern. Insbesondere wenn mehrere Redebeiträge geplant sind, sollte es eine zeitliche Beschränkung geben.

Hochzeitsrede
Zu einer gelungenen Hochzeitsfeier gehören ein paar Reden einfach dazu. © artisticfilms/pixabay.com

Welche Rede zuerst?

Bei den meisten Hochzeiten macht das Brautpaar oder zumindest einer der beiden den Anfang und richtet ein paar Worte an die Gäste. Der passende Zeitpunkt kann vor der Eröffnung des Hochzeitsbuffets sein oder wenn die Hochzeitstorte angeschnitten wird. Die Rede von Brauteltern oder Trauzeugen könnte dann nach der Vorspeise sein. Weitere Reden können an anderer Stelle einfließen. Wann die Reden am besten passen, hängt maßgeblich von der Planung der Feier ab. Gibt es ein Menü, passen die Reden eventuell in die Pausen zwischen den verschiedenen Gängen. Bei einem Buffet ist das nicht ganz so einfach.

Die Hochzeitsrede vorbereiten

Eine Hochzeitsrede sollte durchdacht und gut vorbereitet sein. Die betreffende Person sollte vorher genau überlegen, was sie sagen will. Das gilt für jeden: Braut, Bräutigam, Brautvater, Trauzeuge oder jeden anderen Gast. Eine Hochzeitsrede halten zu dürfen ist eine große Ehre. Das sollte jeder ernst nehmen. Eine gute Rede kann zum Höhepunkt der Hochzeitsfeier werden. Um die Rede ein wenig aufzulockern, kann es helfen, den einen oder anderen lustigen, nachdenklichen, romantischen oder herzergreifenden Hochzeitsspruch in die Rede einzuflechten.

Bei der Themenwahl gibt es auch verschiedene Möglichkeiten: Ehe und Liebe, kleine Anekdoten über die Brautleute. Die Rede sollte persönlich sein, dabei sind Gefühle ausdrücklich erwünscht. Am besten ist es, sich eine Stichpunktesammlung zu machen und alle Gedanken in Bezug auf diese Hochzeit aufzuschreiben. Aus den besten Punkten lässt sich dann eine schöne Rede basteln.

Tipp: Die Rede sollte kurz sein und bei einem Thema bleiben. Kurze, klare Sätze helfen dabei, dass jeder der Anwesenden, der Rede folgen kann.

Hochzeitsrede
Humor ist auf jeden Fall erlaubt, schließlich ist es keine Rede vor dem deutschen Bundestag. © kschneider2991/pixabay.com

Die Hochzeitsrede gliedern

Eine gute Hochzeitsrede besteht aus vier Teilen:

  • Ein paar Worte zur Begrüßung
    Hier ist es schön, das Brautpaar kurz direkt anzureden und die anderen Gäste als Gesamtheit.
  • Eine kurze Einleitung
    Die Einleitung soll das Publikum aufmerksam machen. Berühmte Zitate aus einem Film, einem Buch, von einer Berühmtheit oder ein schöner Spruch führen zum Thema hin und machen neugierig. Wer gut Witze erzählen kann, kann damit beginnen. Hier ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Platte Witze könnten jemanden verletzen, beispielsweise die allseits beliebten Schwiegermutter-Witze.
  • Der Hauptteil
    Dieser Teil führt das eingeführte Thema etwas weiter aus. Dabei das Brautpaar direkt ansprechen und einen persönlichen Bezug herstellen. Besonders persönlich wird es durch Erzählungen über das Brautpaar oder die Beziehung des Redners zum Brautpaar, gemeinsame Geschichten, Hobbys oder Eigenheiten. Peinliche Geschichten gehören hier nicht hin!
  • Der Schluss.
    Ein kurzes Fazit fasst die Rede am Ende schön zusammen. Als Schluss eignen sich Zukunftswünsche für das Brautpaar sehr gut, am besten in einen Toast verpackt. So können alle Gäste gemeinsam auf das Brautpaar anstoßen.

Tipp: Folgende Aussagen sind unbedingt zu vermeiden: „Mehr habe ich nicht zu sagen“, „Das war es jetzt“ oder „Ich bin fertig, ihr habt es jetzt überstanden“.

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Schön, wenn alle Gäste gemeinsam auf das Brautpaar anstoßen. © pablomelvin/pixabay.com

Übung hilft – die Hochzeitsrede halten

Wenn die Rede fertig ist, ist hoffentlich noch ein wenig Zeit bis zur Hochzeit. Denn jetzt heißt es üben und nochmal üben, um die Redeangst zu überwinden. Am besten wirkt es, wenn der Redner seine Rede ohne Zettel in der Hand halten kann. Sie häufig zu lesen hilft dabei, sie am Ende auswendig aufsagen zu können. Anschließend sollten ein paar Proben vor dem Spiegel stattfinden. Dabei ist es möglich, nicht nur Aussprache und Betonung zu üben, sondern vor allem auch die Körpersprache. Die Körperhaltung ist bei einer Rede sehr wichtig, auch bei einer privaten Feier. Der Redner sollte aufrecht stehen und den Blickkontakt mit den Zuhörern suchen.

Tipp: Zwei Extreme sind zu vermeiden: Steif dastehen wie ein Stock oder wild mit den Händen herumfuchteln.

Eine Generalprobe machen

Wer genug geübt hat und sich traut, kann die Rede einem guten Freund vortragen und ihn um seine ehrliche Meinung bitte. Wenn dieser Test gut läuft kann nicht mehr viel schiefgehen. Jeder auf der Hochzeit weiß, dass die Redner weder professionelle Redenschreiber noch Redner sind. Sie verzeihen kleine Schwächen und Fehler leicht.

Tipps: So klappt es mit der Hochzeitsrede

Es ist keine Schande, in dieser Situation nervös zu sein. Das dürfen die anderen Gäste ruhig wissen.

Ganz wichtig: Niemand sollte sich vor der Rede Mut antrinken. Das könnte peinlich werden.

Hänger oder Fehler können passieren, das ist nur allzu menschlich. Wem ein Wort nicht mehr einfällt, der kann auch sein Publikum um Hilfe bitten.
Kleine Sprechpausen, die sich auf den Karteikarten leicht markieren lassen, sollte der Redner nutzen, um sein Publikum anzuschauen und trotz Karteikarten auch ein paar Worte sagen, ohne sie abzulesen.

Langsam, laut und deutlich zu sprechen hilft dabei, dass jeder die Rede verstehen kann.

Nicht beirren lassen: Es gibt immer Menschen, die einer Hochzeitsrede nicht zuhören wollen oder können. Das sagt nichts über die Qualität der Rede aus.

Wer seine Rede nicht frei halten kann, sollte sich Karteikarten mit Stichpunkten vorbereiten, um nicht aus dem Konzept zu kommen.